Wissenswertes

Dr Schüßler – Gründer der biochemischen Heilweise

Dr. Schüßler – Begründer der biochemischen Heilweise

Kurzbiografie Schüßlers

Der Begründer des biochemischen Heilverfahrens ist Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler.

Er wurde als drittes von fünf Kindern am 21.08.1821 in Oldenburg geboren und starb dort am 30.03.1898 an den Folgen eines Schlaganfalles.
Sein Medizinstudium begann er erst im Alter von 30 Jahren; er musste zu seiner Zeit ein vierjähriges Studium nachweisen, um zum Staatsexamen zugelassen zu werden. Die Studienzeit verbrachte er in Paris, Berlin, Gießen und Prag. 1855 promovierte er in Gießen, Staatsexamen machte er im Sommer 1857, die Konzession zur Ausübung seines Berufes in einer Praxis in Oldenburg erhielt er Anfang 1858.
Zunächst arbeitete Dr. med. Schüßler als überzeugter homöopathischer Praktiker. 1861–1876 war Dr. Schüßler Mitglied im „homöopathischen Zentralverband“. Von 1861 an lassen sich verschiedene Veröffentlichungen Schüßlers nachweisen:

 

1861 Erste medizinische Abhandlung über Venengeschwüre in der „Allgemeinenhomöopathischen Zeitung“
1863 „Die populäre Darstellung der Biochemie“
1873 Artikel „Eine abgekürzte Therapie in der „Allgemeinenhomöopathischen Zeitung“
1874 1. Auflage von: „Eine abgekürzte Therapie“
1875 „Die anorganischen Gewebebildner“ 2. Auflage der abgekürzten Therapie
„Die anorganischen Gewebebildner in ihrer therapeutischen Bedeutung“
1876 3. Auflage der abgekürzten Therapie
1879 Veröffentlichung über die Heilung der Diphtherie
1885 Gründung des ersten biochemischen Vereins in Oldenburg unter der Leitung von August Meyer
1887 Veröffentlichung von: „Allopathie, Biochemie und Homöopathie“
1895 2. Auflage: „Allopathie, Biochemie und Homöopathie“

 

Bereits zu seiner Studienzeit muss Schüßler über Mineralsalze im menschlichen Organismus gearbeitet haben; beeinflusst wurde er hierbei durch die Arbeiten von Jacob Moleschott („Kreislauf des Lebens“, 1852), Rudolf Virchow („Cellularpathologie“, 1858) und Justus Liebig („Organische Chemie in ihrer Anwendung auf die Agricultur und Physiologie“, 1840; „Die Tierchemie oder die anorganische Chemie in ihrer Bedeutung auf Physiologie und Pathologie“, 1842). Diese Arbeiten beschäftigten sich unter anderem mit dem Mineralhaushalt der Pflanzen und Tiere und der Bedeutung der Zellphysiologie für Gesundheit und Krankheit – Wissen, das er bei der Entwicklung „seiner“ Biochemie nutzen konnte.

Seine Gedanken zur Biochemie fasste er erstmals in „Eine abgekürzte Therapie“ zusammen. Unter diesem Titel erschien 1873 ein Artikel in der „Allgemeinen homöopathischen Zeitung“, im Jahr darauf die erste Auflage des gleichnamigen Buches.

Schüßler selbst schreibt:
“Ich nenne mein Heilverfahren Biochemie, weil die von mir verabfolgten, den Zellsalzen homogenen (gleichartigen) Mineralstoffe in lebendigen Geweben Molekular-Bewegungsstörungen vermöge chemischer Affinität (Verwandtschaft) auszugleichen.“

In den folgenden Jahren verbreitete sich die Biochemie zunächst in Fachkreisen, mit der Gründung der biochemischen Vereine ab 1885 auch zunehmend unter Laien.

Grundlagen naturheilkundlichen Denkens

Grundlagen naturheilkundlichen Denkens

Die Naturheilkunde besitzt ein eigenes Denkmodell

Säfte -Temperamente – Konstitutionen

Jedes naturheilkundliche System hat zu allen Zeiten den Menschen als energetische Ganzheit betrachtet, als Organisationseinheit Körper – Seele – Geist; mit anderen Worten ausgedrückt als mikrokosmische Dimension, die als Teil des Makrokosmos grundsätzlich den gleichen Gesetzmäßigkeiten und Regeln unterworfen ist.

Die traditionelle Heilkunde geht davon aus, daß die elementaren Kräfte der Natur ebenso, wenn auch auf andere Weise, die Natur des Menschen grundlegend bestimmen und in ihm immanent sind.

Was im Makrokosmos das Element, das ist im Mikrokosmos der Saft resp. der Kardinalsaft, der dieselben energetischen Qualitäten besitzt.

Diese Grundqualitäten sind das Feuchte, das Trockene, das Kalte und das Warme.

Die Körpersäfte mit ihren Qualitäten bestimmen das jeweilige Temperament. Das Temperament wiederum ist maßgebend für den „inneren Zustand“, das innere Milieu mit der Möglichkeit zur Speicherung und Erhaltung der Lebensenergie bzw. der Lebenskraft.

Energie wird in der Materie gespeichert; Form, Materie und Energie sind Kennzeichen eines lebenden Organismus.

Dabei ist eine zentrale organisierende Kraft notwendig, die Ökonomie, Richtung und Zweck des Energieflusses bestimmt und zum Ziel hat, das Leben aufrecht zu erhalten.

Diese Zielsetzung besitzt grundsätzlich jeder Organismus; wir sprechen auch von der Selbstheilunskraft. Es ist genau die Kraft, die wir versuchen zu stärken, zu besänftigen und zu erhalten.

Nun ist der Mensch ständigen Einflüssen seiner Umwelt und seines Umfeldes ausgesetzt; Gesundsein und Kranksein zeigen eine Abhängigkeit von der Art und Weise mit genau diesen Einflüssen umzugehen, nämlich sich an die Wechselfälle des Lebens und der Reizeinflüsse anzupassen.

Je größer die Energie, je besser die Reiz- und Informationsverarbeitung, desto besser wird auch die Fähigkeit zur adäquaten Anpassung und Erhaltung des dynamischen Gleichgewichtes (humorale Konstanz) sein.

Daher ist in einer naturheilkundlichen Praxis ein bedeutendes Ziel, das jeweilige Temperament und die unter diesem Aspekt zu betrachtenden Konstitution, zu erkennen und zu behandeln.

Denn Temperament und Konstitution eines Menschen bestimmen sein Verhalten und seine Art und Weise mit allen die Gesundheit beeinträchtigenden Reizen umzugehen.

Die therapeutische Einwirkung mittels Konstitutionsmitteln ermöglicht eine Verbesserung der Energiesituation, damit einen günstigeren individuellen Wirkungsradius und letztlich eine bessere Gesundheit.